Rise Of Venice im Test

Als Fan von Wirtschafts- und Handelsimulationen hat man nicht gerade die große Auswahl. Umso mehr erfreute es mich, als von den Machern von Patrizier und Port Royale, welche ich schon immer gerne spielte, Rise of Venice angekündigt wurde.

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Die Geschichte spielt in Venedig zur Zeit der Renaissance – auf dem Höhepunkt ihrer Macht ist die weltberühmte Stadt Dreh- und Angelpunkt der damaligen Zivilisation, kulturelles Zentrum, die wohl bedeutendste Handelsstadt zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer sowie Schauplatz zahlreicher politischer Intrigen.

Seekarte_Vulkan
Das bedeute eine neue Karte, neue Städte die gelernt und gemeistert werden müssen. Statt einfach einen Nachfolger für Port Royal oder Patrizier zu entwickeln, gibt es hier also ein ganz neues Setting, und das ist auch gut so.
Die größte Neuerung ist dass es keine getrennte Stadt- und Seeansicht mehr gibt. Stattdessen spielt das gesamte Spiel auf einer sehr großen und sehr detaillierten Seekarte. Dies ist wirklich ein sehr schönes Feature, mit dem sich das lästige Umschalten zwischen Stadt- und Weltkarte erübrigt.
Die neue Weltkarte sieht optisch sehr ansprechend aus , sie ist vollkommen animiert, sehr schnell scrollbar und zoombar und man sieht sogar die Bürger in den Städten herumlaufen. Man kann jetzt bereits aus der Vogelperspektive erkennen wie groß eine Stadt ist und welche Güter sie produziert. Aber auch Ereignisse wie Feuersbrünste, Vulkanausbrüche, Erdbeben und Seuchen lassen sich jetzt schon im Vorbeifliegen ausmachen.

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Die Handelskonvois euer Gegener werden nun permanent angezeigt und sorgen für ziemlich viel Gewusel auf der Karte. Außerdem gibt es neue Bonusverstecke wie den Schwarzmarkt, wo Piraten ihre geplünderten Waren feilbieten.
Insgesamt gefällt mir das sehr gut, die Detailstufe der Karte kann von normal über niedrig bis sehr niedrig angepasst werden, so dass Rise of Venice auch auf schwächerer Hardware ohne Probleme laufen sollte.

Gebäudemenü
Die einzelnen Gebäude könnt ihr nun direkt aus der Luft anklicken oder über das Stadtmenü aufrufen. Wenn man erstmal die Gebäudearten besser kennt, dürfte das viel Zeit einsparen.
Die Geschwindigkeit lässt sich auf 0, 0,1, 1 oder 5 einstellen. Mit gedrückter Leertaste lässt die Geschwindigkeit sogar auf 10 erhöhen. Ich finde hier sind genug Geschwindigkeitsmöglichkeiten zur Auswahl, wobei ich meist die Stufe 1 genutzt habe. Bei größeren Reisen auch mal die 10.

Stammbaum

Interessant ist in Rice of Venice auch das Feature des Stammbaumes. Über die Familienresidenz in Venedig könnt ihr euch einen Überblick über eure Familie verschaffen die zunächst aus Geschwistern, Eltern, Onkel und Tanten besteht. Da ihr Verlauf des Spiels heiraten könnt, kommen hier noch der Ehepartner sowie dessen Geschwister, Eltern, Onkel, Tanten sowie Kinder hinzu.
Es ist ratsam eure Familienmitglieder mit entsprechenden Jobs auszustatten um euren Einfluss zu erhöhen. So können diese Kapitäne oder Doktoren, Priester oder Advokaten werden und euch bei euren Aufstieg an die Spitze der Gesellschaft unterstützen.
Dieses zusätzliche Feature gibt dem Spiel noch mehr Tiefe und ist eine nützliche Erweiterung des Spielprinzips.
Wie in allen Teilen der Patrizier- und Port Royale-Reihe kommt auch in Rise of Venice ein hochdynamisches Handels- und Wirtschaftssystem zum Einsatz. Das System beruht darauf, dass alle Waren von den Bürgern des System produziert und verbraucht werden und dass Produktion, Transport und Verbrauch vollständig simuliert werden.
Da jede Stadt nur einige der 22 historischen Waren produzieren kann, ist jede Stadt auf Exporte und Importe angewiesen. Gleichzeitig gilt in den Städten das Prinzip der Preisbildung nach Angebot und Nachfrage: eine Ware, deren Vorrat sehr viele Tage ausreicht, ist deutlich billiger als eine Ware, die nur knapp vorhanden ist.
Dieses System funktionierte schon unter Patrizier und Port Royale sehr gut und wurde deshalb auch so übernommen. Lediglich die Handelsfenster sind mit modernen Farben angepasst worden.

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Der Rat der Zehn
Zentrales Element des Politiksystems ist der Rat von Venedig, der im Spiel durch den historisch überlieferten „Rat der Zehn“ repräsentiert wird. Hier sitzen die 10 einflussreichsten Familien Venedigs. Um von einer Familie die Zustimmung zu erhalten, benötigt der Spieler bei der Familie ein hohes Ansehen.
Familiendetails
Klickt der Spieler auf einen Familienrepräsentant im Rat der Zehn, so werden die Familiendetails angeklickt. Hier kann der User unter anderem sein Ansehen bei der Familie erhöhen:
• Durch Bestechung
• Der User kann die Familie auf seine Gehaltsliste setzen
• Erfüllung von Aufträgen der Familie
• Erfüllung von Vorlieben der Familie

Auch mit diesem Feature kam weitere Spieltiefe hinzu. Dies kann mitunter doch etwas vom fröhlich
Handeln ablenken, doch umso mehr Features umso besser, oder?

Der Aufstieg

Auch am Levelaufstieg wurde etwas geändert. Es genügt nun einfach nicht mehr die Vorraussetzungen für die nächste Stufe zu erfüllen,ihr müsst im Rat von Venedig eine Abstimmung starten, um euch euren neuen gesellschaftlichen Rang bestätigen zu lassen. Durch die animierten Portraits seht ihr, welche Familie für euch stimmt, sich enthält oder gegen den Aufstieg ist.
Auf ähnliche Weise – nur bedeutend schwieriger – könnt ihr euch zum Dogen, dem Vorsitzenden des Rates wählen lassen. Als Doge bekommt ihr einige Sonderrechte.
Und hier nun mein erster Kritikpunkt. Die Abstimmung dauert doch recht lange. Zunächst werden Handzeichen vergeben, anschließend führt jeder der 10 noch eine eigene Animation aus. Dies kann zum Teil dann schon 1 Minute dauern. Warum dies so langwierig ist, ober ob das nur ein Bug ist, kann ich hier leider nicht sagen.

SeaBattle1

Seeschlachten
Ein bei mir sehr ungeliebtes Feature, weshalb ich diese meist automisch erledigen lassen, was aber manchmal eher einem Glücksspiel gleicht. Die neue, schöne Grafik dürfte aber trotzdem einige Spieler dazu verleiten, selbst die Kanonen zu laden und die ein oder andere Seeschlacht selber zu bestreiten.
Doch hier kommt mein zweiter Kritikpunkt: Schon recht bald nach Anfang der Kampagne, gibt es die erste Seeschlacht. Leider gibt es zu diesem Zeitpunkt weder ein Video noch ein interaktives Tutorial, so dass unerfahrene Spieler hier einfach allein gelassen werden. Es werden zwar immer wieder Hilfetexte angezeigt, die zunächst versteckt sind, sich aber über einen Button am unteren Bildschirmrand anzeigen lassen. Diese sind jedoch entweder zu spät, erklären was man schon weiß oder sind nicht besonders hilfreich.

Chronik_Welt
Multiplayer
Die Fans haben es gehofft und wurden nicht enttäuscht. Es gibt in Rise of Venice Online Multiplayer Modi. Mit bis zu 4 Spielern könnt ihr ein freies Spiel erstellen oder eine Scoreboard Herausforderung annehmen. Leider konnte dieses noch nicht getestet werden, ein Update folgt aber.
Fazit:
Mit schöner neuer Grafik, angenehmen Soundtrack und mit neuen Features, die für mehr Spieltiefe sorgen, bietet Rise of Venice für alle Liebhaber von Handels-und Wirtschaftssimulationen auf jeden Fall genug Anreize. Für die langen Herbst- und Winterabende verspricht Rise of Venice unzählige spannende Spielstunden.

Pro:

  • Mehr Spieltiefe
  • Verbesserte Grafik
  • Nur noch eine gemeinsame Karte für Welt und Städte
  • Familien und Politiksystem

Contra:

  • Tutorials fehlen an einigen Stellen

Unsere Bewertung:

nicy,gutnicy_rating(Bewertung: GUT (3/4) )

Let´s Play´s zu Rice Of Venice findet ihr hier

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Über larasactua

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